Aktuelle Berichte

26.05.2006
Kurt Kahrsch

HSK 11 - Schachelschweine 2 am 19.05.2006

Heute erwarteten wir - ich hatte wieder die Position des "Non-Playing-Captains" inne - die abstiegsgefährdete zweite Mannschaft der Schachelschweine. Außerdem fanden die Wettkämpfe zwischen HSK 17 - Langenhorn 2 und HSK 19 - Wedel 2 statt. Nachdem das Spielmaterial aufgebaut war, und es einen kleinen Disput über die Partieformulare gegeben hat, wurden die Uhren mit leichter Verzögerung angestellt.
Brett 1 - Dr. Rolf Puster
Brett 1 - Dr. Rolf Puster


Rolf (Brett 1) traf mit der Uhrenfreigabe ein. Die Partie ging auch munter los. Nach einiger Zeit legte Rolf einen Erholungsrundgang ein. Sein Kommentar zur Partie lautete: "so, nun bin ich meinen schlechten Läufer losgeworden und stehe gut da." Doch die beiden Läufer von B. Lengwenus bereiteten mir Sorgen. Rolf erhielt nach über 2 Stunden ein Remisangebot, das er aber aufgrund der anderen laufenden Spiele noch zu früh fand und es nach Rücksprache mit mir ablehnte.
Helge spulte seine ersten Züge wieder schnell herunter. Er spazierte unruhig, auf den nächsten Zug wartend durch den Turniersaal (hatte er dies von mir abgeguckt??). Helge musste leider seine positive Stellung für kurze Zeit aufgeben. Ich hoffte, dass er die Vorteile zurückgewinnen oder auf jeden Fall ein Remis herausspielen kann.
Am dritten Brett hatte sich Christoph ausgiebig mit Knoblauch "gedopt". Wusste dies sein Gegner Thiele und kam er deshalb später oder verzichtete er ganz? Doch nach fast 30 Minuten setzte sich F. Thiele ans Brett. Mein Gedanke "hoffentlich wirkt sich die lange Ruhepause nicht einschläfernd auf Christoph aus." Aber auch hier wurde dann von beiden Seiten gleich zum Angriff geblasen.
Oliver war wieder gut drauf und erspielte sich ein gefestigtes Zentrum. Nachdem "Schwarz" kurz rochiert hatte, baute er seine Figuren zum Königsangriff um. Er wollte durch ein Läuferopfer, das Steinbrecher aber nicht annahm, die Partie entscheiden. Für die folgenden Züge verbrauchte Olivers Gegner viel Zeit.
Tofik traf auch dieses Mal wieder mit einer kleinen Verspätung von 10 Minuten ein. Sein Kontrahent Kolja Pikora eröffnete mit d4. Wie gewohnt zog Tofik vorerst seine Figuren vom Königsflügel ab und startete einen Angriff. Es wurden die Schwerfiguren getauscht und es kam für mich zum unübersichtlichen Endspiel mit Leichtfiguren.
Reiner (links), bei seinem dritten Einsatz
Reiner (links), bei seinem dritten Einsatz
Reiner, bei seinem dritten Einsatz, baute sich wieder konzentriert im Zentrum auf. Er versuchte gleich Druck auf den Gegner auszuüben. Mike Le griff mit seinem Springer Reiners ungedeckten weißfeldrigen Läufer an. Doch dieser konnte einfach den Randbauern schlagen. Sein jugendlicher Gegner musste nach diesem Einschlag lange nachdenken, da plötzlich Qualitätsverlust drohte. Mike Le fand leider eine starke Erwiderung. Hanns verpasste Felix Cahillane einen rückständigen schwachen (?!) Bauern; es musste sich zeigen, ob dieser tatsächlich eine Schwäche bedeutete. Er versuchte auf diesen Bauern zu spielen, doch durch ein Springermanöver konnte Cahillane ein starkes Zentrum erobern. Leon wollte sich auf jeden Fall rehabilitieren. Er traf ca. 5 Minuten nach Spielbeginn ein und zog wieder c4 - c5, Sc3-Sf6, Sf3-g6. Sicherlich fand er in Y. Tambo, der sich 2 Jahre vom aktiven Schach zurückgezogen hatte, einen der stärksten Kontrahenten, die die Schachelschweine am achten Brett aufbieten konnten. Die Partie entwickelte sich mit kleinen taktischen Finessen und Fallen und wurde bald ohne Damen ausgekämpft.
Bei meinem nächsten Rundgang hatte der Weiße (Brett 7) sein starkes Zentrum weiter aufgebaut, obwohl Hanns die Türme in der e-Linie verdoppelt hatte. Dann wurden die Schwerfiguren abgetauscht. Die Partie wurde wieder ausgeglichen und die erste Entscheidung in Form eines Remis war gefallen. Nach einem Königszug nahm Oliver den angegriffenen Läufer, der jetzt geschlagen werden konnte, aus der Schusslinie. Der Druck auf die schwarze Königsstellung wurde weiter verstärkt. Doch Steinbrecher führte einige Damenzüge aus, die schwarz etwas befreiten. Dann folgte jedoch eine kleine Springer-/Turmkombination, die zum schwarzen Damenverlust führte. Olivers übermacht wurde zu groß und wir gingen gegen 22.07h mit 1½:½ in Führung.
Zu diesem Zeitpunkt traf Udo wieder zur moralischen Unterstützung ein. Zwischen Thiele und Christoph kam es zum Turmendspiel mit je 1 Turm. Christoph besaß noch einen Springer und den schwarzfeldrigen Läufer während sein Kontrahent noch das Läuferpaar hatte. Nach einem einfachen Turmzug stellte Thiele einzügig einen Läufer ein und ließ sich auch kurze Zeit später einzügig matt setzen. Zwischenstand um 22.23h 2½: ½. Aus den Partien benötigten wir noch 2 Punkte.
Rolf konnte auch dieses Mal sein unorthodoxes Angriffsspiel in einen Sieg ummünzen, so dass wir nach gut 3 ½ Stunden mit 3½: ½ in front lagen. Doch die anderen Partien verhießen noch eine lange Wartezeit. Fast zeitgleich mit Rolf erhielt auch Helge ein Remisangebot, dass er ebenfalls ablehnte. Kurze Zeit darauf verfügten Helge und P. Simon über je 3 sich gegenüberstehende Bauern, aber Helge noch zusätzlich über einen Springer, der den schwarzen König ziemlich untätig aussehen ließ. Der Springergewinn kam durch ein Qualitätsopfer (Turm schlägt Springer) zustande. Der b-Bauer kam ins Laufen. Er konnte nur durch Turm schlägt Bauern gestoppt werden nebst Springer nimmt. Dann verlangte Helge nach 2 neuen Partieformularen, was seinen Gegner sicherlich irritierte und zur sofortigen Aufgabe bewog. Jetzt lagen wir mit 4½: ½ in Führung und hatten bereits 2 Mannschaftspunkte "im Sack". Die 3 noch laufenden Partien konnten nun unbekümmert weiter gespielt werden.
Am sechsten Brett war bereits ein Turmendspiel auf dem Brett. Reiner war dabei, mit seinem König in die gegnerische Bauernphalanx einzudringen. Doch kurze Zeit danach wurden die Türme getauscht und beide Spieler besaßen 3 Bauern. Durch ein Tempo konnte Reiner seinen Randbauern in eine Dame umwandeln; damit war die Entscheidung gefallen. Leon unterbreitete Tambo ein Remisangebot, das aber abgelehnt wurde. Leider unterlief ihm ein kleiner Fehler, der ein einzügiges Matt zur Folge hatte (Einzelheiten sind unter Partien 2006 zu finden); neuer Zwischenstand 5½:1½.
Tofik und Pikora hatten für den Rest der Partie noch jeweils ca. 15 Minuten auf der Uhr. Dann fing Tofik zu überlegen an und die Minuten verstrichen. Danach spulte er seine Züge herunter und gewann einen Bauern, so dass er plötzlich über einen starken Freibauern verfügte. Dies veranlasste Tofiks Gegenspieler länger nachzudenken. Der Freibauer wurde zu stark. Pikora gab auf (er hatte noch 2 Minuten und Tofik 3 Minuten auf der Uhr). Somit endete der Mannschaftskampf mit 6½:1½ zu unseren Gunsten.

Zum Abschluss habe ich Rolf, Oliver und Christoph, zur Unterstützung gesellte sich auch noch Thomas Stark dazu, zum "Woodpacker" gefahren, um den Schachabend ausklingen zu lassen.


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