Aktuelle Berichte

06.12.2016
Dr. Hanns Schulz-Mirbach

Trauerrede für Reiner Basteck (1951 - 2016)


Trauerrede für

Reiner Basteck (1951 - 2016)



für die Trauerfeier am 06.12.2016 von Dr. Hanns Schulz-Mirbach



Liebe Trauergemeinde,

mein Name ist Hanns Schulz-Mirbach, ich spreche zu Ihnen als ein langjähriger Schachfreund von Reiner Basteck, von dem wir uns heute gemeinsam verabschieden. Ich spreche zugleich als jemand, der mit Reiners unerwartetem Tod Anfang November 2016 einen guten Freund verloren hat, der ihn seit den frühen Studententagen über 30 Jahre bis ins heutige fortgeschrittene Alter begleitet hat.

Andere könnten heute an meiner Stelle stehen, denn in Reiners Lebenslauf gab es unterschiedliche Stationen, denen ich hier nicht allen gerecht werden kann: er war einige Jahre Kunststudent in Hamburg, er hat sich Zeit seines Lebens sehr intensiv mit Musik und Musikkomposition befasst. Lange Jahre war er beruflich in verschiedenen Funktionen bei der Deutschen Bundespost tätig. Dort hat er sich sehr im Betriebssport in den Sparten Schach und Leitathletik engagiert. Dies sowohl als Aktiver wie auch in der Gremien- und Funktionärsarbeit. Ich habe Reiner im Herbst 1986 kennengelernt, als ich als Neu-Hamburger und Student der Physik in den Hamburger Schachklub eingetreten bin. Reiner war zu der Zeit im Verein als Schachwart tätig und hat sich des Neulings mit der für ihn charakteristischen Hilfsbereitschaft angenommen.

Ab der Saison 1987 haben wir dann gemeinsam in der Elften Mannschaft des Hamburger Schachklubs in der Bezirksliga der Hamburger Mannschaftsmeisterschaft gespielt. Diese Mannschaft, die bis auf den heutigen Tag besteht, mit vielen Spielern, die bereits 1987 aktiv waren, trägt den Beinamen „die legendäre Elfte“. Begründet ist der Name durch den sehr guten Zusammenhalt und die langjährige Treue der Mitglieder zum Team. Reiner war von 1983 bis zu seiner letzten Saison 2016 über 30 Jahre ein zentraler Bestandteil dieser Mannschaft und hat ganz wesentlich zu deren Erfolg beigetragen.

Seit dem Sommer 1987 habe ich nahezu jeden Freitagabend mit Reiner im Hamburger Schachklub eine Trainingspartie Schach gespielt. Die letzte Partie wurde im August 2016 gespielt; insgesamt waren es über 350 Partien. Neben dem Schach haben auch oft über andere Themen aus Reiners breiten Interessengebieten gesprochen. Ich habe Reiner als sehr vielseitig interessierten Menschen kennengelernt, der auch auf Grund von großer persönlicher Bescheidenheit und Zurückhaltung nach außen, wenig von seinem reichen Innenleben sichtbar gemacht hat.

Heute nehmen wir Abschied: nicht von Reiner, denn er wird in unseren Herzen und Gedanken immer bei uns sein, sondern von dem Leben, das Reiner unter uns und mit uns gelebt hat. Mit ihm hat uns auch ein Stück unseres eigenen Lebens verlassen, das wir mit ihm gelebt haben. Ich bin dankbar für die gemeinsam mit Reiner verbrachte Zeit. Schachlich habe ich viel von ihm gelernt und seine gelassene sowie optimistische Lebenssicht waren für mich richtungsweisend. Reiner war ein liebenswerter Mensch und mir ein guter Freund. Er fehlt mir sehr. Adieu, Reiner, und auf ein Wiedersehen im Himmlischen Schachklub.


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