Aktuelle Berichte

27.04.2014
Dietmar Van Dyk

HMM 2014 7. Runde (Bezirksliga B)

Die turbulenteste Begegnung des Abends spielte Rolf Puster
Die turbulenteste Begegnung
des Abends spielte Rolf Puster

Am 17.04. ging es zum direkten Aufstiegskonkurrenten SW Harburg 1. Die Gastgeber aus Harburg mussten zu ihrem Erstaunen feststellen, dass ein Mannschaftskamerad trotz Absprache nicht erschien. Damit gewann Dietmar van Dyk an Brett 6 kampflos.

Die gespielten Partien entwickelten sich im Anfangsstadium sehr unterschiedlich.
Hanns Schulz-Mirbach an Brett 5 und Boris Hoffmann an Brett 8 konnten sich im Eröffnungsstadium Vorteile erkämpfen. Hanns erlangte deutlichen Raumvorteil, Boris konnte einen Bauern gewinnen. Dariyusch Niazi am Spitzenbrett übte mit Weiß von Beginn an Druck auf den Gegner aus, dieser kam in keiner Phase der Partie dem Ausgleich auch nur nahe. Leon Tscherepanov (Brett 2) und Kurt Kahrsch (Brett 7) hatten von Beginn an mit Problemen zu kämpfen. Leon sah sich nach ca. 15 Zügen mit einem nicht mehr zu vermeidenden Figurenverlust konfrontiert. Kurt lehnte ein Budapester Gambit ab und hatte anschließend Schwierigkeiten in der Entwicklung, sodass sein Gegner zunehmend Druck aufbauen konnte. Die Partie von Tofik Badalov verlief relativ unspektakulär, er konnte mit Schwarz früh ausgleichen und es wurde relativ schnell Frieden geschlossen.
Kurze Zeit später gewann Hanns seine Partie. Er schnürte seinen Gegner systematisch ein, der zunehmend Schwierigkeiten hatte, seine Figuren auf dem engen Raum zu koordinieren. Schließlich gewann Hanns mit einer Kombination eine Figur. Der Gegner sah ein, dass er sowohl materiell, als auch positionell völlig verloren stand und gab auf.
So stand es nach ca. 2 Stunden 2½:0½ für den HSK. Aufgrund der Entwicklung an den anderen Brettern war jedoch klar, dass die Angelegenheit noch zu einer Zitterpartie werden konnte. Dari versuchte ein Scheinopfer, welches sein Widerpart nicht annahm und es sah eine Zeit so aus, dass Dari zwar überlegen stand, jedoch (noch) nicht zu sehen war, wie er seinen Vorteil in einen Gewinn ummünzen könnte. Leon musste sich in der Zwischenzeit geschlagen geben. Er kämpfte zwar wie ein Löwe und konnte die Figur zurückgewinnen, dies jedoch auf Kosten einer positionell verlorenen Stellung. Auch Kurts Handicap aus der Eröffnung zog sich durch die ganze Partie. Mit jedem Figurentausch stand sein Mitstreiter besser und leitete schließlich ein siegbringendes Doppelturmendspiel ein. Kurt fehlte leider mindestens ein Tempo, um noch auf ein Remis hoffen zu dürfen. Nach gut drei Stunden glichen die Harburger also aus.
Boris hielt seinen Mehrbauern bis zum Ende
Boris hielt seinen Mehrbauern
bis zum Ende

Die turbulenteste Begegnung des Abends spielte Rolf Puster. Gleich zu Beginn zeigte er sich gegen die gegnerische Rochadestellung opferbereit, die Initiative schien aber zunächst zu versanden, da sein Gegner sich hervorragend verteidigte und im Anfangsstadium oft den besten Zug fand. Rolf musste einen Qualitätsverlust für zwei Bauern hinnehmen. Allerdings konnte er noch mit einem wichtigen Pfund wuchern: Er hatte die wesentlich sicherere Königsstellung. Zur Freude seiner Mitspieler konnte Rolf diesen Umstand zum Sieg nutzen: Zunächst konsolidierte er seine Stellung und koordinierte seine Figuren optimal, dann ging er wieder zum Angriff über uns setzte seinen Gegner schließlich spektakulär matt.
Beim Stand von 3½:2½ näherten sich die letzten beiden Partien der Zeitkontrolle. Sowohl Boris als auch Dari standen besser, zu diesem Zeitpunkt hätte aber durchaus noch einiges schiefgehen können, zumal die Zeit zunehmend knapp wurde. So richteten die zum Zuschauen gezwungenen Mitspieler so manches Stoßgebet gen Himmel. Doch beide ließen nicht mehr locker, bauten ihren Vorteil aus und standen 10 Minuten vor Ablauf der fünften Spielstunde auf Gewinn. Boris hielt seinen Mehrbauern bis zum Ende, der Gegner übersah die einzige Möglichkeit, ein Remis zu erzwingen und musste schließlich seinen Turm für den Bauern geben. Trotzdem blieb es mit nur noch Sekunden auf der Uhr hektisch. Boris reichte die Zeit aber, um seinen Gegner souverän matt zu setzen.
Dari konnte inzwischen in ein gewonnenes Läuferendspiel mit Mehrbauern einlenken. Sein Gegner fand schließlich keinen produktiven Zug mehr und wartete, bis kurze Zeit später das Blättchen fiel.
Mit den zwei vollen Punkten fiel der Sieg mit 5½:2½ relativ deutlich aus. Wir eroberten damit die Tabellenspitze vorläufig zurück, die Wilhelmsburger müssen also ein Wochenende später wieder nachlegen, um uns wieder auf den zweiten Platz zu verdrängen. Neben diesen beiden Mannschaften hat praktisch nur noch Blankenese 2 bei zwei ausstehenden Mannschaftskämpfen Chancen auf die Meisterschaft.


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