Aktuelle Berichte

28.01.2007
Helge Hedden

Hände weg von der Signalleine!

Zur Hamburger Pokalmannschaftsmeisterschaft stellte die Elfte in diesem Jahr zwei Mannschaften. Sie gingen als HSK 2 (Rolf Puster, Helge Hedden, Christoph Bohn und Oliver Leube) und HSK 3 (Reiner Basteck, Tofik Badalov, Leon Tscherepanov, Kurt Kahrsch) ins Rennen um die zweite Runde. Das Losglück bescherte der Zweiten HSK 1 und somit die schlagkräftige Landesligatruppe um Christoph Engelbert. HSK 3 begnügte sich mit der ebenfalls sehr starken Mannschaft von Diogenes.
Damit wurde das Unternehmen "Zweite Runde" zu einer echten Herausforderung. Unsere Mannschaftsmitglieder waren fast alle da, aber dazu später mehr. Mit leichter Verspätung wurden die Partien freigegeben. Insgesamt kämpften 19 von 20 gemeldeten Mannschaften um die nächste Runde. Nur St. Pauli trat aus unbekannten Gründen nicht in Erscheinung.
Helge (links) und Rolf
Helge (links) und Rolf

Von Beginn an entwickelte sich im Bruderduell ein ganz harter Kampf. Während Rolf am ersten Brett mit Schwarz Christoph Engelbert trotzte, baute Helge gegen Henning Fraas' Holländer in den ersten Zügen eine aussichtsreiche Stellung auf. Durch die Tischordnung bedingt, saßen Christoph und Oliver auf der anderen Gangseite. Dort hatte Christoph mit Weiß gegen Uwe Kröncke sofort aus der Eröffnung heraus eine vorteilhafte Stellung und machte sich daran, seine Ankündigung umzusetzen eine Glanzpartie spielen zu wollen.
Oliver setzte sich mit Werner Schirmer auseinander, der mit Weiß Druck entwickeln konnte.
Oliver (links)  und Christoph
Oliver (links) und Christoph

Von HSK3 ist leider nicht viel überliefert. Reiner baute sich mit Weiß wie immer solide auf, während Tofik's Gegner ein starkes Zentrum installierte. Leon war in seiner Partie immer auf der Höhe des Geschehens. Kurt bestach wieder durch sein ungewöhnliches Spiel. Laut Aussage von Christoph, hatte Kurt nach einer Gesamtspieldauer von über einer Stunde nur 10 Minuten verbraucht, wobei er eine Qualität und einen Bauern weniger hatte. Nach einer Gesamtspielzeit von über anderthalb Stunden hatte er insgesamt 13 Minuten verbraucht, bei weiterhin materiellem Nachteil.
Bei HSK2 konnte Rolf die Angriffsversuche von Angie abwehren und in ein remisliches Endspiel abwickeln. Helge verpasste eine vorteilhafte Fortsetzung und im nachfolgenden Gerangel hatten beide Seiten ihre Chancen.
Kurt (rechts)  gegen Michael Neumann (DWZ 2013)
Kurt (rechts) gegen Michael Neumann (DWZ 2013)

Christoph spielte bis zum 19. Zug seine Glanzpartie, um wahrscheinlich einen Zug vor dem k.o. seines Gegners völlig den Faden zu verlieren. Oliver konnte sich erfolgreich den Angriffsbemühungen von Werner Schirmer widersetzen und die Partie am Laufen halten.
Für HSK3 erwies sich Diogenes als zu stark. Nach einem Qualitätsverlust gab Reiner auf; der Gegner von Tofik konnte nach langem Kampf seine Angriffsbemühungen krönen, während einzig Leon ein Remis verbuchen konnte. Kurt kam über eine Viertelstunde Bedenkzeit nicht hinaus ... HSK3 : Diogenes ½ : 3½
Somit ruhten die Hoffnungen auf HSK2, um die zweite Runde zu erreichen. Rolf konnte durch eine schöne Turmführung sein Endspiel auch tatsächlich in ein Remis ummünzen. Bei Helge nahm der Kampf bis ins Endspiel an Schärfe zu. Dazu trug auch die eher seltene Materialverteilung Dame und Freibauern gegen Turm und Läuferpaar zu. Bei exaktem Spiel beider Seiten wäre die Stellung im Gleichgewicht gewesen, doch vereinzelte Ungenauigkeiten auf beiden Seiten ließen Chancen zu und aus. Somit endete es in einem Endspiel mit drei Bauern gegen einen Läufer, das Remis war. Christoph konnte in seiner Partie nicht mehr an die Qualität seiner ersten 19 Züge anknüpfen und verlor sang- und klanglos. Oliver konnte dagegen seinen Gegner in einem schön geführten Endspiel bezwingen und ausgleichen. HSK2 : HSK1 2 : 2
Leider entschied die Berliner Wertung gegen uns, die greifbare Überraschung blieb aus. Die Sensation fand als einziges Mannschaftsmitglied nicht den Weg in den Kapstadtring. HSK1 zog in die nächste Runde ein, zog dort prompt ein Freilos und wurde in die dritte Runde weitergereicht. Aber wer so einen harten Kampf erfolgreich bestreitet, darf sich am Sonntag ausruhen. Wir wünschen ab jetzt gutes Gelingen!
Und die Elfte? Sie nutzte den nun ebenfalls spielfreien Sonntag und zog für den restlichen Abend in den Woodpecker. In den dort stattfindenden Partieanalysen stellte sich bei einem lukullischem Mahl natürlich heraus, dass HSK2 bei glücklicherem Verlauf dem 3½ : ½ näher gewesen war, als HSK1 dem 2½ : 1½. Besonders die Analyse mit Rolf ist ein echtes Highlight! Als starker Spieler bringt er nicht nur schöne Ideen ans Tageslicht, sondern entlarvt schnell schlechte Züge. Als zu viele Hände eine gute und entscheidende Stellung verderben wollten, führte der ganz trocken und unnachahmlich hervorgebrachte Spruch: "Hände weg von der Signalleine!" zu einiger Heiterkeit.


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