Aktuelle Berichte
03.02.2007
Helge Hedden
In der zweiten Runde hatten wir es als Gastgeber mit der Mannschaft aus Lurup zu tun.
Von der Papierform her sollte es eine klare Angelegenheit für uns werden, jedoch waren
wir durch unseren ersten Auftritt gegen HSK 12 gewarnt (s.
Bericht).
Dieses Mal hatten wir keine Aufstellungssorgen und konnten eine schlagkräftige
Aufstellung vorweisen. Zwar pausierten Christoph Bohn und Tofik Badalov, aber dafür
sollten es die anderen richten. Am Abend herrschte im HSK Schachzentrum Hochbetrieb,
da auch noch drei weitere Mannschaftskämpfe stattfanden. Dicke Luft war also angesagt - so oder so.
Olaf Ahrens
gab die Bretter frei und los ging's.
An Brett 1 spielte nun Rolf Puster. Gestärkt durch sein Remis gegen Angie im Pokal wollte er an diesem Tag gewinnen. Sein Gegner schien ihn dabei zu unterstützen, da er viel Zeit für die Eröffnungszüge verbrauchte und Rolf gestattete, mit einem sehr bequemen Isolani zu spielen. Am Nebenbrett hatte Helge Hedden wie im ersten Kampf wieder Weiß, was ihn jedoch nicht daran hinderte, wieder eine gute Stellung in der Eröffnung herauszuspielen. Brett 3 blieb etwas über eine halbe Stunde auf unserer Seite unbesetzt, da Udo Figger noch auf der Arbeit weilte. Sein Gegner fragte seinen Nebenmann vor Udos Erscheinen, ob er mit f4 oder b4 eröffnen solle. Da war natürlich klar, dass sich zwei Experten suchen und finden würden. Udo tauchte dann auch rechtzeitig auf und packte ohne zu Zögern auf 1.f4 b5! aus.
Oliver Leube bekam es mit Albins Gegengambit zu tun. Nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen sollte diese Eröffnung für Oliver keine Herausforderung in seiner ersten Ligapartie dieses Jahres sein. An Brett 5 zelebrierte Reiner Basteck wieder seinen ruhigen Spielstil, während sich bei Hanns Schulz-Mirbach eine Glanzpartie abzeichnete. Er setzte seinen Gegner sofort unter Druck und schob ihn Stück für Stück zusammen. Leon Tscherepanov an Brett 7 konnte in einem Franzosen seinem Gegner das Wasser reichen. Er schien zu diesem Zeitpunkt an seine gute Leistung aus dem Pokal anknüpfen zu können. An Brett 8 war Kurt Kahrsch für seine Verhältnisse richtig zahm. Da war der Zeitverbrauch: Unglaubliche 30 Minuten nach über anderthalb Stunden Gesamtspielzeit und die beiden Truppen waren nur geringfügig dezimiert. Ein ungewohntes Bild.
Doch gegen 21 Uhr klingelte es - bei Kurts Gegner. Sein Gegner wusste einfach nicht, dass das läutende Handy den sofortigen Spielverlust nach sich ziehen würde. Entsprechend sauer reagierte er dann auch. Ein paar Mannschaftsmitglieder Lurups schienen sich deswegen ungerecht behandelt zu fühlen ...
Kurze Zeit später nutzte Oliver einen Schnitzer seines Gegners zum 2:0. Obwohl Helge im Mittelspiel konsequent die zweitbeste Fortsetzung gewählt hatte, konnte er seinen Gegner zur Aufgabe zwingen. Augenblicke später hatte auch Rolf seinen Gegner besiegt. Er äußerte sich nach der Partie dahingehend, dass dies seine erste wirklich gute Partie im HSK gewesen sei. Kein Wunder, hatte er doch seinen Gegner mit fehlerlosem Spiel aus einer geschlossenen Eröffnung heraus nach nicht einmal 25 Zügen regelrecht auseinander genommen und in der Schlussstellung die gegnerische Dame auf offenem Feld gefangen! Sein Kommentar nach der Partie: "Wenn das mein Altherrenschach in den nächsten 20 Jahren sein sollte, bin ich sehr zufrieden!" Also stand es 4:0. Reiner sicherte dann durch ein Remis den Mannschaftskampf zu unseren Gunsten ab. In den drei verbliebenen Partien hatte Leon in einem Schwerfigurenendspiel einen Bauern mehr, Hanns erhöhte weiterhin den Druck und konnte einen Läufer auf d6 installieren. Einzig Udo verpasste eine gute Fortsetzung und geriet in kaum zu lösende Probleme. Der einzige Lichtblick war, dass sein Gegner anscheinend sehr langsam oder sorgfältig nachdachte, denn dessen Zeitverbrauch war enorm. Man erinnere sich: Udo hatte mit über einer halben Stunde weniger begonnen und hatte kurz vor der ersten Zeitkontrolle eine halbe Stunde mehr auf seiner Uhr - dafür aber auch eine Stellung weniger.
Hanns konnte mit einem wahrhaft klassischem Finale (s. Partie) zum 5 ½ : ½ aufstocken. Auch Leon fuhr in einer sehr überzeugend geführten Partie den Punkt zum 6 ½ : ½ ein.
Übrig blieb Udo, der unverdrossen in einer Verluststellung weiterkämpfte. Aber wir sind zum Glück in der Bezirksliga und dort können dann besonders zum Endspiel hin absolute Anfängerfehler den Partieverlauf auf den Kopf stellen (Prinzip Bezirksliga). Udos Gegner lehnte ein anscheinend erneutes Remisangebot von Udo mit den Worten ab: "Nein! Junger Mann, sie haben schon mal Remis angeboten. Das nächste Angebot kommt von mir, bitte halten sie sich daran!" Er war anscheinend noch ungerechtfertigter Weise über den Handyverlust erbost, denn es folgten noch ein paar etwas überflüssige Worte.
Udo muss innerlich mit dem Kopf geschüttelt haben und noch mehr motiviert worden sein, das "Ding" zu halten. Etwas später nahm er demonstrativ die Dame zu sich herüber, um sie im Falle einer Bauernumwandlung zur Hand zu haben. Dabei sollte man wissen, dass er nur noch zwei Bauern hatte, von denen keiner die Chance hatte, die Grundreihe auch nur aus der Ferne zu sehen.
Doch Udo hatte noch einen Trumpf: Seinen Springer. Und wie im ersten Kampf in Christophs Partie lief dieser Springer nach ebenfalls miserabler Läuferbehandlung seines Gegners zu großer Form auf. Er schafft die
Gabel
auf Turm und Läufer! Damit stand Udo sogar auf Gewinn. Leider bewies auch dann das Prinzip
Bezirksliga seine Gültigkeit. In einem elementaren Turmendspiel trieben es beide Kontrahenten auf die Spitze:
Zog Udos Gegner, stand Udo mehrfach auf Gewinn; zog Udo, war es wieder Remis. Immerhin konnte Udo seinen letzten
Bauern doch tatsächlich fast in eine Dame umwandeln, was ihm aber leider nicht mehr viel nützte. Als Krönung fiel das
Blättchen beim Gegner zu dem Zeitpunkt, als Udo den letzten Turm in einem Endspiel schlug, wonach nur noch die
beiden Könige verblieben. So hatte Udo doch noch sein Remis erzwungen.
Nach diesem Kantersieg mit 7:1 gegen Lurup schob sich HSK 11 wie in der letzten Saison auf Platz 1. In der nächsten Runde wartet die punktlose Mannschaft aus Marmstorf. Allerdings darf diese Mannschaft keinesfalls unterschätzt werden, sie verlor beide Auftritte äußerst knapp mit 3 ½ : 4 ½ .
Olaf Ahrens
gab die Bretter frei und los ging's.An Brett 1 spielte nun Rolf Puster. Gestärkt durch sein Remis gegen Angie im Pokal wollte er an diesem Tag gewinnen. Sein Gegner schien ihn dabei zu unterstützen, da er viel Zeit für die Eröffnungszüge verbrauchte und Rolf gestattete, mit einem sehr bequemen Isolani zu spielen. Am Nebenbrett hatte Helge Hedden wie im ersten Kampf wieder Weiß, was ihn jedoch nicht daran hinderte, wieder eine gute Stellung in der Eröffnung herauszuspielen. Brett 3 blieb etwas über eine halbe Stunde auf unserer Seite unbesetzt, da Udo Figger noch auf der Arbeit weilte. Sein Gegner fragte seinen Nebenmann vor Udos Erscheinen, ob er mit f4 oder b4 eröffnen solle. Da war natürlich klar, dass sich zwei Experten suchen und finden würden. Udo tauchte dann auch rechtzeitig auf und packte ohne zu Zögern auf 1.f4 b5! aus.
Oliver Leube bekam es mit Albins Gegengambit zu tun.
Oliver Leube bekam es mit Albins Gegengambit zu tun. Nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen sollte diese Eröffnung für Oliver keine Herausforderung in seiner ersten Ligapartie dieses Jahres sein. An Brett 5 zelebrierte Reiner Basteck wieder seinen ruhigen Spielstil, während sich bei Hanns Schulz-Mirbach eine Glanzpartie abzeichnete. Er setzte seinen Gegner sofort unter Druck und schob ihn Stück für Stück zusammen. Leon Tscherepanov an Brett 7 konnte in einem Franzosen seinem Gegner das Wasser reichen. Er schien zu diesem Zeitpunkt an seine gute Leistung aus dem Pokal anknüpfen zu können. An Brett 8 war Kurt Kahrsch für seine Verhältnisse richtig zahm. Da war der Zeitverbrauch: Unglaubliche 30 Minuten nach über anderthalb Stunden Gesamtspielzeit und die beiden Truppen waren nur geringfügig dezimiert. Ein ungewohntes Bild.
... es klingelte bei Kurt
Doch gegen 21 Uhr klingelte es - bei Kurts Gegner. Sein Gegner wusste einfach nicht, dass das läutende Handy den sofortigen Spielverlust nach sich ziehen würde. Entsprechend sauer reagierte er dann auch. Ein paar Mannschaftsmitglieder Lurups schienen sich deswegen ungerecht behandelt zu fühlen ...
Kurze Zeit später nutzte Oliver einen Schnitzer seines Gegners zum 2:0. Obwohl Helge im Mittelspiel konsequent die zweitbeste Fortsetzung gewählt hatte, konnte er seinen Gegner zur Aufgabe zwingen. Augenblicke später hatte auch Rolf seinen Gegner besiegt. Er äußerte sich nach der Partie dahingehend, dass dies seine erste wirklich gute Partie im HSK gewesen sei. Kein Wunder, hatte er doch seinen Gegner mit fehlerlosem Spiel aus einer geschlossenen Eröffnung heraus nach nicht einmal 25 Zügen regelrecht auseinander genommen und in der Schlussstellung die gegnerische Dame auf offenem Feld gefangen! Sein Kommentar nach der Partie: "Wenn das mein Altherrenschach in den nächsten 20 Jahren sein sollte, bin ich sehr zufrieden!" Also stand es 4:0. Reiner sicherte dann durch ein Remis den Mannschaftskampf zu unseren Gunsten ab. In den drei verbliebenen Partien hatte Leon in einem Schwerfigurenendspiel einen Bauern mehr, Hanns erhöhte weiterhin den Druck und konnte einen Läufer auf d6 installieren. Einzig Udo verpasste eine gute Fortsetzung und geriet in kaum zu lösende Probleme. Der einzige Lichtblick war, dass sein Gegner anscheinend sehr langsam oder sorgfältig nachdachte, denn dessen Zeitverbrauch war enorm. Man erinnere sich: Udo hatte mit über einer halben Stunde weniger begonnen und hatte kurz vor der ersten Zeitkontrolle eine halbe Stunde mehr auf seiner Uhr - dafür aber auch eine Stellung weniger.
Hanns konnte mit einem wahrhaft klassischem Finale (s. Partie) zum 5 ½ : ½ aufstocken. Auch Leon fuhr in einer sehr überzeugend geführten Partie den Punkt zum 6 ½ : ½ ein.
Cassens, Erhard Otto (rechts): Nein! Junger Mann ... Das nächste Angebot kommt von mir ...
Übrig blieb Udo, der unverdrossen in einer Verluststellung weiterkämpfte. Aber wir sind zum Glück in der Bezirksliga und dort können dann besonders zum Endspiel hin absolute Anfängerfehler den Partieverlauf auf den Kopf stellen (Prinzip Bezirksliga). Udos Gegner lehnte ein anscheinend erneutes Remisangebot von Udo mit den Worten ab: "Nein! Junger Mann, sie haben schon mal Remis angeboten. Das nächste Angebot kommt von mir, bitte halten sie sich daran!" Er war anscheinend noch ungerechtfertigter Weise über den Handyverlust erbost, denn es folgten noch ein paar etwas überflüssige Worte.
Udo muss innerlich mit dem Kopf geschüttelt haben und noch mehr motiviert worden sein, das "Ding" zu halten. Etwas später nahm er demonstrativ die Dame zu sich herüber, um sie im Falle einer Bauernumwandlung zur Hand zu haben. Dabei sollte man wissen, dass er nur noch zwei Bauern hatte, von denen keiner die Chance hatte, die Grundreihe auch nur aus der Ferne zu sehen.
Udos Angebot, das man nicht ablenen kann!
Doch Udo hatte noch einen Trumpf: Seinen Springer. Und wie im ersten Kampf in Christophs Partie lief dieser Springer nach ebenfalls miserabler Läuferbehandlung seines Gegners zu großer Form auf. Er schafft die
Gabel
auf Turm und Läufer! Damit stand Udo sogar auf Gewinn. Leider bewies auch dann das Prinzip
Bezirksliga seine Gültigkeit. In einem elementaren Turmendspiel trieben es beide Kontrahenten auf die Spitze:
Zog Udos Gegner, stand Udo mehrfach auf Gewinn; zog Udo, war es wieder Remis. Immerhin konnte Udo seinen letzten
Bauern doch tatsächlich fast in eine Dame umwandeln, was ihm aber leider nicht mehr viel nützte. Als Krönung fiel das
Blättchen beim Gegner zu dem Zeitpunkt, als Udo den letzten Turm in einem Endspiel schlug, wonach nur noch die
beiden Könige verblieben. So hatte Udo doch noch sein Remis erzwungen.
Nach diesem Kantersieg mit 7:1 gegen Lurup schob sich HSK 11 wie in der letzten Saison auf Platz 1. In der nächsten Runde wartet die punktlose Mannschaft aus Marmstorf. Allerdings darf diese Mannschaft keinesfalls unterschätzt werden, sie verlor beide Auftritte äußerst knapp mit 3 ½ : 4 ½ .
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