Aktuelle Berichte
06.06.2014
Dietmar van Dyk
Zur vorletzten Runde der diesjährigen HMM empfing HSK 12 Blankenese 2. Die Voraussetzung war klar: Wir sollten unbedingt gewinnen, wollten wir uns die Chance auf den Aufstieg in die Bezirksliga wahren.
Der Kampf ging verhalten los, an keinem Brett erlangte jemand in der Eröffnungsphase einen klaren Vorteil. Nach knapp drei Stunden stand bei Hanns Schulz-Mirbach, Volker Kuhlmann, Kurt Kahrsch und Dietmar van Dyk das Remis fest. In den übrigen vier Partien sah es zu diesem Zeitpunkt in zweien vielversprechend aus, eine schien ausgeglichen und eine sehr ungünstig.
Letztgenannte Partie bestritt Oliver Leube, der sich einem immensen Druck seines Gegners erwehren musste. Oliver stemmte sich, mit den schwarzen Steinen ab der Mittelspielphase am Abgrund stehend, mit allen Mitteln gegen die Niederlage. Eine Drohung um die andere konnte von ihm pariert werden. Doch sein Gegner machte keinen einzigen Fehler und hielt den Druck kontinuierlich aufrecht. Nahe der Zeitkontrolle musste Oliver die Segel streichen, die x-te Drohung war nicht mehr abzuwehren.
An Brett 1 schien Dariyusch Niazi auch etwas schlechter, allerdings nicht partieentscheidend, zu stehen. Er hatte einen Bauern gegeben, allerdings fragten sich die Zaungäste, ob dieses Opfer wohl korrekt war. Lange war nichts zu sehen und sein Mitstreiter schien zu allem Überfluss auch noch einen Angriff gegen die etwas lockere Rochadestellung vorzubereiten. Doch es gelang Dari, die einzige offene Linie zu besetzen und nachzuweisen, dass auch die Königsstellung seines Gegners wegen einer Grundlinienschwäche alles andere als sicher war. So war es letztlich der Blankeneser, der mittels Dauerschach die Punkteteilung sichern musste und konnte.

Udo Figger spielte von Beginn an eine ruhige, souveräne Partie. Er sicherte sich die bessere positionelle Stellung und leitete einen vielversprechenden Königsangriff ein. Der Gegner konnte ihn zwar abwehren, dies kostete jedoch einen Bauern, kurz darauf noch einen zweiten. Nach vielfachem Figurentausch, nur noch mit den Schwerfiguren auf dem Brett, gelang es Udos Gegner kurzzeitig, die Initiative an sich zu reißen und ein Dauerschach zu drohen. Dies konnte Udo verhindern, wobei er einen der gewonnen Bauern wieder einbüßte. Nachdem kein Schach mehr zu finden war, versuchte der Blankeneser eine Blockadestellung zu errichten. Doch Udo gelang es erneut, Mattdrohungen aufzustellen. Auch diese konnten abgewehrt werden - allerdings auf Kosten einer Überleitung in ein für Udo gewonnenes Turmendspiel. So stand es vor dem Ende der letzten Begegnung 3:3.
Und diese Begegnung hätte, vor allem bezüglich der Spannung, in keinem Drehbuch dramatischer geschrieben werden können. Leon Tscherepanov traf an Brett 2 auf einen Gegner, der nach Reflektion der Ereignisse wohl einen besonders schlechten Tag erwischt hatte. Die Begegnung verlief zunächst ausgeglichen, kurz vor der Zeitkontrolle stand Leon etwas besser und befand sich, wie gewohnt, in hochgradiger Zeitnot. Er machte von seinem Recht Gebrauch, die letzten 5 Minuten nicht mehr mitschreiben zu müssen. Der Gegner, der selbst noch reichlich Zeit hatte, missverstand dies offenbar als Einladung zum Blitzen. Auch er führte die Züge a tempo aus ohne mitzuschreiben. Nicht nur bei Leon regte sich Widerstand und der Blankeneser musste darüber aufgeklärt werden, dass er nicht das Recht hat mitzublitzen. Da kein Anwesender die Regeln genau kannte, konnte ihm zu diesem Zeitpunkt noch kein großer Vorwurf gemacht werden. Nun wurde Andreas Albers darauf aufmerksam und sprang als Schiedsrichter ein. Er schrieb für Leon mit, hielt, nachdem bemerkt wurde, dass die Zeitkontrolle erreicht war, die Uhr an und verschwand mit den beiden Kontrahenten in einem Nebenraum. Da der Blankeneser auch nur teilweise und fehlerhaft mitschrieb, mussten die Züge zunächst rekonstruiert werden.
Dabei stellte sich, wie wir im Nachhinein erfuhren, sogar heraus, dass dieser obendrein illegale Züge gemacht hatte. Ganz am Ende, nach der letzten Zeitkontrolle, hatte er noch über eine Stunde auf der Uhr und 60 Züge auf dem Zettel. Die Partie hatte insgesamt 87 Züge. Nach einer knappen Viertelstunde wurden die Uhren wieder angestellt. Nun baute Leon seinen Vorteil entscheidend aus, ein Turm stand aber derart unglücklich platziert, dass die Gewinnführung sehr kompliziert war. Es kam, wie es kommen musste: Leon hatte wieder weniger als 5 Minuten auf der Uhr. Wie zuvor schrieb er die Züge regelkonform nicht mehr mit.
Und nun folgte das, was die HSKler wohl auch heute noch nicht ganz begreifen können: Der Gegner Leons blitzte erneut. Es ist zu vermuten, dass sein Verhalten aus einer Mischung falsch verstandener Kollegialität gegenüber seinen Mannschaftskollegen und persönlichem, falschem Ehrgeiz resultierte. Zumindest kann man erwarten, dass jemand, der in der Bezirksliga B an Brett 2 spielt, die Geschehnisse intellektuell nachvollziehen kann. Taub schien er jedenfalls nicht zu sein und er sprach Deutsch. Auch nach Protesten unsererseits passte diese "Persona non grata" ihr Verhalten nicht an und blitzte die Züge weiter runter, da die Partie objektiv vollkommen verloren war und die einzige Chance darin bestand, Leon derart zu emotionalisieren, dass er den Gewinn noch wegwarf - und genau das passierte...
Andreas Albers war in diesem Moment leider schon zu einer anderen Begegnung hinzugezogen worden und konnte nicht helfen. Später erfuhren wir, dass Leon hätte Protest einlegen können und eine Zeitgutschrift für jeden geblitzten Zug des Blankenesers erhalten hätte. Dabei bedurfte es nur einer einzigen Zeitbonifikation und Leon hätte das entstandene Bauernendspiel mit dem Rücken zum Brett gewonnen. Aber so lautete das Resultat in dieser Partie und im Mannschaftskampf Unentschieden.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass der übrige Teil der Mannschaft aus Blankenese sich gewohnt fair und angenehm verhalten hat.
Es ist nicht nötig, Trübsal zu blasen. Die Wilhelmsburger werden sich den Aufstieg wohl nicht mehr nehmen lassen und das auch für den Fall, wenn wir gewonnen hätten. Nur wenn sie in der letzten Runde gegen die bereits abgestiegenen Pinneberger verlieren, was sehr unwahrscheinlich ist, hätte HSK 12 bei einem Sieg in der letzten Runde noch eine Chance auf den Einzug in die Bezirksliga. Wir haben es noch selbst in der Hand, gegen Diagonale 2 den 2. Platz zu sichern und damit die HMM 2014 erfolgreich abzuschließen.
Von links nach rechts:Dariyusch, Oliver, Hanns
Der Kampf ging verhalten los, an keinem Brett erlangte jemand in der Eröffnungsphase einen klaren Vorteil. Nach knapp drei Stunden stand bei Hanns Schulz-Mirbach, Volker Kuhlmann, Kurt Kahrsch und Dietmar van Dyk das Remis fest. In den übrigen vier Partien sah es zu diesem Zeitpunkt in zweien vielversprechend aus, eine schien ausgeglichen und eine sehr ungünstig.
Letztgenannte Partie bestritt Oliver Leube, der sich einem immensen Druck seines Gegners erwehren musste. Oliver stemmte sich, mit den schwarzen Steinen ab der Mittelspielphase am Abgrund stehend, mit allen Mitteln gegen die Niederlage. Eine Drohung um die andere konnte von ihm pariert werden. Doch sein Gegner machte keinen einzigen Fehler und hielt den Druck kontinuierlich aufrecht. Nahe der Zeitkontrolle musste Oliver die Segel streichen, die x-te Drohung war nicht mehr abzuwehren.
An Brett 1 schien Dariyusch Niazi auch etwas schlechter, allerdings nicht partieentscheidend, zu stehen. Er hatte einen Bauern gegeben, allerdings fragten sich die Zaungäste, ob dieses Opfer wohl korrekt war. Lange war nichts zu sehen und sein Mitstreiter schien zu allem Überfluss auch noch einen Angriff gegen die etwas lockere Rochadestellung vorzubereiten. Doch es gelang Dari, die einzige offene Linie zu besetzen und nachzuweisen, dass auch die Königsstellung seines Gegners wegen einer Grundlinienschwäche alles andere als sicher war. So war es letztlich der Blankeneser, der mittels Dauerschach die Punkteteilung sichern musste und konnte.

Von links nach rechts: Kurt, Dietmar, Udo, Volker
Udo Figger spielte von Beginn an eine ruhige, souveräne Partie. Er sicherte sich die bessere positionelle Stellung und leitete einen vielversprechenden Königsangriff ein. Der Gegner konnte ihn zwar abwehren, dies kostete jedoch einen Bauern, kurz darauf noch einen zweiten. Nach vielfachem Figurentausch, nur noch mit den Schwerfiguren auf dem Brett, gelang es Udos Gegner kurzzeitig, die Initiative an sich zu reißen und ein Dauerschach zu drohen. Dies konnte Udo verhindern, wobei er einen der gewonnen Bauern wieder einbüßte. Nachdem kein Schach mehr zu finden war, versuchte der Blankeneser eine Blockadestellung zu errichten. Doch Udo gelang es erneut, Mattdrohungen aufzustellen. Auch diese konnten abgewehrt werden - allerdings auf Kosten einer Überleitung in ein für Udo gewonnenes Turmendspiel. So stand es vor dem Ende der letzten Begegnung 3:3.
Und diese Begegnung hätte, vor allem bezüglich der Spannung, in keinem Drehbuch dramatischer geschrieben werden können. Leon Tscherepanov traf an Brett 2 auf einen Gegner, der nach Reflektion der Ereignisse wohl einen besonders schlechten Tag erwischt hatte. Die Begegnung verlief zunächst ausgeglichen, kurz vor der Zeitkontrolle stand Leon etwas besser und befand sich, wie gewohnt, in hochgradiger Zeitnot. Er machte von seinem Recht Gebrauch, die letzten 5 Minuten nicht mehr mitschreiben zu müssen. Der Gegner, der selbst noch reichlich Zeit hatte, missverstand dies offenbar als Einladung zum Blitzen. Auch er führte die Züge a tempo aus ohne mitzuschreiben. Nicht nur bei Leon regte sich Widerstand und der Blankeneser musste darüber aufgeklärt werden, dass er nicht das Recht hat mitzublitzen. Da kein Anwesender die Regeln genau kannte, konnte ihm zu diesem Zeitpunkt noch kein großer Vorwurf gemacht werden. Nun wurde Andreas Albers darauf aufmerksam und sprang als Schiedsrichter ein. Er schrieb für Leon mit, hielt, nachdem bemerkt wurde, dass die Zeitkontrolle erreicht war, die Uhr an und verschwand mit den beiden Kontrahenten in einem Nebenraum. Da der Blankeneser auch nur teilweise und fehlerhaft mitschrieb, mussten die Züge zunächst rekonstruiert werden.
Dabei stellte sich, wie wir im Nachhinein erfuhren, sogar heraus, dass dieser obendrein illegale Züge gemacht hatte. Ganz am Ende, nach der letzten Zeitkontrolle, hatte er noch über eine Stunde auf der Uhr und 60 Züge auf dem Zettel. Die Partie hatte insgesamt 87 Züge. Nach einer knappen Viertelstunde wurden die Uhren wieder angestellt. Nun baute Leon seinen Vorteil entscheidend aus, ein Turm stand aber derart unglücklich platziert, dass die Gewinnführung sehr kompliziert war. Es kam, wie es kommen musste: Leon hatte wieder weniger als 5 Minuten auf der Uhr. Wie zuvor schrieb er die Züge regelkonform nicht mehr mit.
Und nun folgte das, was die HSKler wohl auch heute noch nicht ganz begreifen können: Der Gegner Leons blitzte erneut. Es ist zu vermuten, dass sein Verhalten aus einer Mischung falsch verstandener Kollegialität gegenüber seinen Mannschaftskollegen und persönlichem, falschem Ehrgeiz resultierte. Zumindest kann man erwarten, dass jemand, der in der Bezirksliga B an Brett 2 spielt, die Geschehnisse intellektuell nachvollziehen kann. Taub schien er jedenfalls nicht zu sein und er sprach Deutsch. Auch nach Protesten unsererseits passte diese "Persona non grata" ihr Verhalten nicht an und blitzte die Züge weiter runter, da die Partie objektiv vollkommen verloren war und die einzige Chance darin bestand, Leon derart zu emotionalisieren, dass er den Gewinn noch wegwarf - und genau das passierte...
Andreas Albers war in diesem Moment leider schon zu einer anderen Begegnung hinzugezogen worden und konnte nicht helfen. Später erfuhren wir, dass Leon hätte Protest einlegen können und eine Zeitgutschrift für jeden geblitzten Zug des Blankenesers erhalten hätte. Dabei bedurfte es nur einer einzigen Zeitbonifikation und Leon hätte das entstandene Bauernendspiel mit dem Rücken zum Brett gewonnen. Aber so lautete das Resultat in dieser Partie und im Mannschaftskampf Unentschieden.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass der übrige Teil der Mannschaft aus Blankenese sich gewohnt fair und angenehm verhalten hat.
Es ist nicht nötig, Trübsal zu blasen. Die Wilhelmsburger werden sich den Aufstieg wohl nicht mehr nehmen lassen und das auch für den Fall, wenn wir gewonnen hätten. Nur wenn sie in der letzten Runde gegen die bereits abgestiegenen Pinneberger verlieren, was sehr unwahrscheinlich ist, hätte HSK 12 bei einem Sieg in der letzten Runde noch eine Chance auf den Einzug in die Bezirksliga. Wir haben es noch selbst in der Hand, gegen Diagonale 2 den 2. Platz zu sichern und damit die HMM 2014 erfolgreich abzuschließen.
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