Aktuelle Berichte

18.07.2011
Dr. Helge Hedden

Dark Days in Paradise und ein Lichtblick

Für das St. Pauli-Open 2011 meldeten sich die vier Recken Helge Hedden, Leon Tscherepanov, Oliver Leube und Christoph Bohn aus der Elften an, wobei während des Turniers die Frage aufgeworfen wurde, inwiefern Helge überhaupt noch zur Elften gerechnet werden darf, wenn er sich in Richtung Landesliga vom Acker macht. Die Diskutanten einigten sich im Laufe des Turniers wohlwollend darauf, dass Helge zum erweiterten Dunstkreis zu zählen sei. Wer die vier Charaktere nicht kennt, dem sei nur gesagt, dass sie es zusammen auf gefühlte eine Million Bezirksligapartien bringen, jeder auf seine Weise irgendwie schachverrückt ist und seine eigene Philosophie von den 64 Brettern hat.
Von links nach rechts: Leon, Oliver, Helge, Christoph
Von links nach rechts: Leon, Oliver, Helge, Christoph

Das Open war die zweite Auflage seiner Art und fand erneut in der Südtribüne am Millerntor statt. Die vom Organisationsteam um HaJo Kehr geschaffenen Rahmenbedingungen waren erneut vorbildlich. Wo kann man sich schon heutzutage am Brett mit Schreibutensilien, Getränken und sonstigem Gedöns derart ausbreiten, dass man immer noch Platz hat, ohne dem Gegenüber oder Nachbarn ins Gehege zu kommen? Das täglich erscheinende und unterhaltsame Bulletin informierte über Teilnehmer, die Gefühlswelt der Organisatoren und nicht zuletzt über den Stand der Dinge, garniert mit kommentierten Partien. Wenn nun alles so toll war, wieso dann die Überschrift Dark Days in Paradise? Nun, zwei der vier Protagonisten bekamen anfänglich und auch später nur schwerlich ein Bein aufs Brett. Oliver fand kaum zu seinem Spiel und notierte bei 1 / 4, während Christoph durch einen Sieg über den bis dahin völlig von der Rolle agierenden Erich Maas immerhin 1½ / 4 Punkte auf seinem Konto hatte. Jeweils ein halber Punkt resultierte aus dem “Kracher” (eher Knallfrosch) der dritten Runde: Oliver gegen Christoph. Leon startete mit 2 / 4 und Helge konnte 2½ / 4 verbuchen. Danach war bei Leon irgendwie “die Luft raus” und bis zum Ende sammelte sich nur noch ein Pünktchen an, wovon die Hälfte aus dem kurzzügigen “Kracher” der neunten Runde gegen Christoph stammte. Auch Christoph und Oliver trudelten jeweils bei drei Punkten ins Ziel und alle waren der Meinung, dass mehr möglich gewesen war und es nicht ihr Turnier war. Aber wenn man mal die Punkte zusammenzählt, dann kommt man auf neun Punkte aus neun Runden und das sind doch 100%, oder etwa nicht?
Gänzlich anders aufgelegt spielte “der Dunstkreis” und kam gegen gute Gegnerschaft am Ende mit 5½ Punkten aus neun Partien ins Ziel. Somit sorgte Helge immerhin für ein kleines Glanzlicht. Dass dieses Licht, aber auch die Schatten nicht unbemerkt blieben, kam in einer E-Mail vom Kapitän Kurt Kahrsch zum Ausdruck, in der er davon schrieb, den Werdegang täglich im Internet verfolgt zu haben.
Fragt sich nur, ob wir auch 2012 von Kurt die Anweisung bekommen, die Gegner in die Knie zu zwingen. Wenn man die Aussage von HaJo Kehr berücksichtigt, zum momentanen Zeitpunkt für nichts garantieren zu können und davon die hanseatische Zurückhaltung subtrahiert, dann können wir bezüglich der dritten Auflage optimistisch in die Zukunft schauen.


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