Aktuelle Berichte
24.03.2007
Helge Hedden
Wenn man ein Turmendspiel durch Matt umgehen kann, sollte man dieses tun.
Diese philosophische Weisheit kam in der post-mortem-Analyse natürlich von Rolf Puster nach unserem starken 6½ : 1½ - Auftritt gegen Pinneberg 3. Zu keiner Zeit hatte Pinneberg eine Chance auf einen oder gar zwei Mannschaftspunkte.
Zwar tröpfelten unsere Mannschaftsmitglieder nur ganz allmählich bis zur Vollzähligkeit an die Bretter, wobei Tofik Badalov wie gewohnt das Schlusslicht bildete. Auch die leichte Verspätung von Udo Figger ließ unseren spielfreien MF Kurt Kahrsch unruhig um die Bretter schleichen. Leider war es auch Tofik, der an diesem Tag nicht so richtig in Fahrt kam und die einzige Niederlage nach relativ kurzer Zeit hinnehmen musste. Die Mannschaft sollte aber diesen Rückschlag mehr als wettmachen.
An Brett 1 hatte Rolf schon nach vier Zügen einen Bauern gewonnen. Obwohl sein Gegner über die halboffene Linie und durch seinen Entwicklungsvorsprung etwas Spiel aufziehen konnte, blieb Rolf ganz cool und verwandelte mit einem sehenswerten Schlussakkord seinen Vorteil in einen ganzen Punkt.
von links nach rechts: Rolf, Helge, Christoph
An Brett 2 brachte Helge Hedden seine Mannschaft schon aus modischen Gesichtspunkten vor dem Match mit 1:0 in Führung. Er kam direkt von einem Kongress der Holzwirtschaft aus Hannover und trug ein passables Outfit zur Schau. Wäre er in seinem Spiel ebenso elegant gewesen, hätte er auch seinen Angriff zum ganzen Zähler führen können. Doch mitten im Angriff wurden B-Züge eingestreut, die dem Gegner ein Überleben gestatteten. Nach weiteren Fehlern auch beiden Seiten schlossen die Kontrahenten in einem ausgeglichenen Damenendspiel Frieden. Allerdings kostete Rolf ein von Helge ausgeschlagenes Remisangebot offenbar mehr Nerven, als seine ganze eigene Partie: "Heldenmut ist bewundernswert, allerdings sind mir die Gründe dafür immer unverständlich."

An Brett 4 war wieder ein "echter Udo" (rechts) zu bestaunen.
Alle noch nicht genannten Protagonisten kamen zu ungefährdeten Siegen. Christoph Bohn bewies, dass er doch noch Schach spielen kann und hatte seinen Gegner in einem Nimzoinder jederzeit im Griff. Leider verpasste er einen schulbuchmäßigen Figurengewinn, was ihn aber nicht daran hinderte, ein Turmendspiel locker nach Hause zu schaukeln. Diese Episode inspirierte Rolf zum Titelzitat.
An Brett 4 war wieder ein "echter Udo" zu bestaunen. Es wäre einfacher aufzuzählen welche Figuren nicht hingen, als zu beschreiben welche Figuren dies taten. Das setzte den Gegner anscheinend so unter Druck, dass Udo durch Figurengewinn auf die Siegerstraße einbog und sie nicht mehr verließ.
Oliver Leubes Gegner berichtete seinem Kapitän zwischendurch, dass er nach Bauer b5 auf dem Acker stünde. Tatsächlich hat Oliver dann mit b5 konsequent das Feld bestellt.
Hanns Schulz-Mirbach (rechts) ist wieder groß in Form.
Hanns Schulz-Mirbach ist wieder groß in Form. Im Gegensatz zum Kampf gegen Wedel, in dem er eine vorteilhafte Stellung nicht optimal verwertete, konnte er nun mit Mehrbauern und -qualität seinen Gegner in einem übersichtlich geführten Endspiel zur Aufgabe zwingen.
Leon Tscherepanov war souverän in einer königsindischen Struktur unterwegs. Ohne großes Aufsehen und fast schon unbemerkt konnte er sich in die Siegerliste eintragen.
Ach ja, blieb noch "Kurti". Als Non-playing Captain war er selbst bei erreichter Sollstärke seiner Mannschaft wohl nervöser, als alle Spieler zusammen. Selbst eine 5-3 bis 6-2-Prognose konnte ihn nicht wirklich beruhigen. Erst als wir deutlich in Führung lagen, schlich sich der Schalk wieder in die Augen...
Da Wedel und die Schachfreunde in ihren Kämpfen jeweils über ein 4:4 nicht hinauskamen, konnten wir wieder die Tabellenspitze übernehmen. Mit einer ähnlich guten Leistung haben wir im kommenden Spitzenspiel gegen die Schachfreunde gute Aussichten die Tabellenführung zu behaupten.
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