Aktuelle Berichte

11.05.2007
Helge Hedden

Knapp daneben ist auch vorbei!

Wedel - Schachfreunde: 4 - 4! So lautete doch tatsächlich das Ergebnis unserer härtesten Konkurrenten um den Aufstieg in der 8. Runde und entsprach so unserem Wunschresultat nach der unglücklichen Niederlage gegen die Schachfreunde.
Nur war es jetzt vor der 8. Runde nicht mehr unser Wunschresultat! HSK 12 hatte vorher sensationell Wedel bezwungen, so dass nur noch die Schachfreunde vor uns lagen und deshalb ein Sieg Wedels noch besser gewesen wäre. Das Problem bestand nämlich darin, dass wir im Falle eines 4½ - 3½ gegen Blankenese absolut Punkt- und "Torgleich" mit den Schachfreunden gewesen wären. Während wir gegen Diagonale noch einen harten Gegner in der 9. Runde vor uns haben, spielen die Schachfreunde gegen Altona.
Aber diese Überlegungen erwiesen sich alle als graue Theorie. Wir verloren gegen Blankenese mit 3½ - 4½. Schnief...
Zu Beginn des Mannschaftskampfes schien es so, als ob keine der beiden Mannschaften vollzählig beginnen wollte.
Zu Beginn des Mannschaftskampfes schien es so, als ob keine der beiden Mannschaften vollzählig beginnen wollte.
Zu Beginn des Mannschaftskampfes schien es so, als ob keine der beiden Mannschaften vollzählig beginnen wollte, denn überall klafften Löcher in Form unbesetzter Stühle vor den Brettern. Trotzdem eröffnete Ralf-Dieter Urban als Mannschaftsführer und erstes Brett der Gastgeber mit flotten Worten den Wettkampf. Er schloss mit: "Gentlemen, please start your engines."
Mit der Zeit füllten sich die Bretter und bevor alle vollzählig waren, hatte Helge Hedden mit seinen Gegner an Brett 2 schon Remis vereinbart. Wie das? Nun, Helge sah nach einer Reihe anstrengender Tage ein Remis als maximales Ergebnis an und konnte tatsächlich in eine Zugwiederholung nach nur 10 Zügen einlenken. An den anderen Brettern entwickelte sich das für unsere Mannschaftsmitglieder übliche Bild. Spannend war die Frage, ob Kurt Kahrsch an Brett 8 seine weiße Weste behalten würde. Bis dahin standen 4/4 bei ihm zu Buche.
Im Laufe des frühen Abends kamen Reiner Basteck an Brett 6 und Leon Tscherepanov an Brett 7 zu Remisen, wobei Leons Gegner gerade noch rechtzeitig ankam, eben als Helge die Lokalität verließ. Dann war es soweit.
Kurt gewann seine Partie.
Kurt gewann seine Partie.
Kurt gewann seine Partie, brachte uns mit 2½ - 1½ in Führung und schraubte seinen Score auf unglaubliche 5/5! An den anderen Brettern war die Lage aber undurchsichtig.
Rolf Puster an Brett 1 griff wieder zu seinem selbstgebräuten Aufbau und kämpfte mit dem Anzugsnachteil. Sein Gegner kannte sich offenbar aus und so ergab sich eine interessante Partie, die leider ein abruptes Ende fand. Rolf unterlief ein Fingerfehler, der ihm eine Figur kostete - Ausgleich!
Christoph Bohn an Brett 3 hatte zum ersten Mal und etwas unbedarft mit Schottisch aufgeschlagen. Zwar hatte er gewisse Theoriekenntnisse, was seinen Gegner aber nicht daran hinderte, einen fulminanten Königsangriff in die Wege zu leiten. Es klingelte recht schnell auf h2.
Udo Figger an Brett 4 spielte sein gefürchtetes a6, b5. Sein Gegner verfiel in langes Nachdenken. Leider war dieses durch Erfolg gekrönt. Udo musste sich nach hartem Kampf geschlagen geben.
Christoph Bohn an Brett 3 hatte zum ersten Mal und etwas unbedarft mit Schottisch aufgeschlagen.
Christoph Bohn an Brett 3 hatte zum ersten Mal und etwas unbedarft mit Schottisch aufgeschlagen.

Aber Christoph konnte postwendend den Ausgleich herstellen. Nach dem kritischen Einschlag auf h2 fand er einige einzige Züge und konnte seine Dame im letzten Moment feuerspeiend in der Brettmitte installieren. Sie verhinderte von d4 aus das tödliche Df6, die lange Rochade und griff die Bauern auf a7 und g7 an! Der schwarze Angriff kam zum erliegen und das Spiel mündete in einem endspielnahen Stellungstyp mit Läufer, Springer, Turm und Bauern gegen zwei Türme und Bauern. Hier baute Christoph an einem Mattnetz, was zwar nicht den König, aber immerhin einen gegnerischen Turm einbrachte - erneuter Ausgleich!
Rolf war hin und weg von Christophs Leistung: "Großartig!" Auch Christoph zeigte sich beeindruckt von seiner Leistung: "Wenn man solche Partien spielt, weiß man, warum man Schach spielt." Die letzte Partie sollte den Wettkampf entscheiden. Tofik Badalov war wie gewohnt in horrender Zeitnot, schaffte aber die Zeitkontrolle in etwa ausgeglichener Stellung, nur um danach wieder in akute Zeitnot zu geraten. An seinem Brett entwickelte sich das absolute Zeitnotdrama, wobei sein Gegner noch locker mehr als 10 Minuten hatte. Mit nur noch einer Minute auf der Uhr gewann Tofik eine Figur und wir konnten vom Sieg träumen. Allerdings ging diese Figur in der Zeitnot wieder flöten. Sekunden später war alles vorbei, das Blättchen war gefallen, ebenso wie alle Siegesträume: 3½ - 4½.
Der letzte Wettkampf wird uns Diagonale bescheren. Der ideale Gegner, um folgende offene Fragen zu beantworten: Werden wir den seltenen Heimvorteil gegen Diagonale nutzen und unseren Angstgegner schlagen können? Wird Kurti mit 6/6 als strahlender Held die Saison beenden? Wird Kurti auch weiterhin für uns spielen oder strebt er in die Bundesliga?


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